Überwachungskameras mit Batterie: Ratgeber 2018

Überwachungskamera mit BatterieImmer wieder hört man von Überwachungskameras, die komplett ohne externe Stromversorgung auskommen. Mit einer Batterie sollen diese Geräte mehrere Monate lang funktionieren. Klingt erstmal etwas unrealistisch – schließlich werden Überwachungskameras meist outdoor verwendet. In unseren Breitengraden können die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt, aber auch in luftige Höhen jenseits der 30-Grad-Marke klettern. Solche Schwankungen bedeuten für Batterien normalerweise den Tod. Sind solche Überwachungskameras mit Batterie also überhaupt empfehlenswert?

In diesem Beitrag präsentieren wir die unsere Top 3 Empfehlungen und wir klären, ob sich der Kauf einer Überwachungskamera mit Batterie überhaupt lohnt.


Überwachungskameras mit Batterie: Unsere Empfehlungen

Blink XT

Blink XT TestBei Blink handelt es sich um ein Start-Up, welches erst 2016 mit der Produktion der Kamerasysteme begann. Es bekam vor allem deshalb so viel Zuspruch, weil mit dem Slogan „100% kabellos“ geworben wurde. Tatsächlich sind Blink-Kameras komplett kabellos, da in ihnen zwei herkömmliche AA-Batterien stecken.

Diese Batterien sollen das Blink-System bis zu 2 Jahre (!) am Leben halten. Dann müssen neue Batterien in die Kamera.

Wir haben das Überwachungskamerasystem „Blink XT“ vor einigen Monaten getestet. Die Bildqualität ist gut und die Smartphone-App intuitiv bedienbar.

Damit der kabellose Betrieb überhaupt zustande kommt, gibt es einige Unterschiede zu herkömmlichen Überwachungskameras:

  • Die Blink XT benötigt eine „Basisstation“, die ans Stromnetz angeschlossen ist und mit dem Internet verbunden ist.
  • Es gibt keinen ständigen Livestream. Nur wenn Bewegung erkannt wird oder wenn man die Kamera aktiviert, wird gestreamt.
  • Die Temperatur darf im Winter nicht unter -20 Grad fallen.

>> Blink XT jetzt bei Amazon.de ansehen >>

Reolink Argus

Reolink ArgusWie auch die Blink XT, ist die Reolink Argus eine vollkommen kabellose Kamera. Im Gegensatz zur Blink XT wird die Argus jedoch – wie beispielsweise ein Smartphone – an der Steckdose aufgeladen.

Reolink Argus batteriebetriebenDafür ist die Batterielaufzeit jedoch auch kürzer als bei der Blink XT. Die Reolink Argus unterstützt ca. 500 Minuten Infrarot-Bewegungserkennung, bzw. Live-Streaming, bevor ihr der Saft ausgeht.

Als Vorteil gegenüber anderen batteriebetriebenen Systemen möchten wir die Tatsache erwähnen, dass die Argus keine Basisstation braucht. Sie ist also direkt per Wlan mit dem Netz verbunden. Gleichzeitig könnte das jedoch auch an der Akkulaufzeit nagen, da Wlan nicht die stromsparendste Verbindungsmethode ist.

>> Reolink Argus jetzt bei Amazon.de ansehen >>

Netgear Arlo

netgear-arlo

Netgear ist eigentlich für Geräte aus dem Bereich der Netzwerktechnik bekannt, mittlerweile möchte sich der Hersteller aber auch im Smart Home Bereich ansiedeln. Daher wurde bereits vor einiger Zeit ein Smart Home Sicherheitssystem mit dem Namen Netgear Arlo ins Leben gerufen.

Netgear Arlo besteht aus einer Basisstation und mehreren kleinen Cams, die im Haus verteilt werden können. Sie sind wasserfest, also können sie auch draußen platziert werden.

Auch hier müssen erstmal Batterien eingesetzt werden. Sie halten laut Hersteller bis zu 6 Monate, bevor sie ausgetauscht werden müssen.

Besonders interessant finden wir, dass die Bewegungssensoren von Netgear Arlo permanent aktiv sind. Wenn Bewegung erkannt wird, wird eine Push-Notification ans Smartphone gesendet. Auch eine Nachtsichtfunktion (ca. 6-7 Meter) ist integriert.

Bei diesem Kamerasystem handelt es sich um ein Premiumprodukt, welches etwas mehr als die 2 oben vorgestellten Cams kann. Dafür zahlt man jedoch etwas mehr.

>> Netgear Arlo jetzt bei Amazon.de ansehen >>

Fazit: Batteriebetriebene Cams

Mittlerweile gibt es schon mehrere Kamerasysteme, die komplett ohne Kabel auskommen. Während bei Netgear Arlo und Blink XT auch eine Basisstation dazwischengeschaltet wird, gibt es bei der Reolink Argus keinen „Mittelsmann“. Hier wird direkt eine Kamera-Wlan Verbindung hergestellt.

Für welche Kamera man sich am Ende entscheidet, hängt von den persönlichen Präferenzen ab. Jedes System hat seine eigenen unverkennbaren Vorteile:

  • Blink XT bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 2 Jahren, was fast schon rekordverdächtig ist.
  • Die Reolink Argus kommt ohne Basisstation aus und kann somit überall positioniert werden, wo es zuverlässigen Wlan-Empfang gibt.
  • Netgear Arlo überzeugt vor allem mit der Möglichkeit, bis zu 5 Kameras mit dem System zu verbinden. Außerdem bietet dieses System die meisten Smart Home Features.

FAQ: Überwachungskamera mit Akku

Wie lange hält die Batterie im Durchschnitt?

Die Laufzeit einer Überwachungskamera mit Akku hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Temperatur, wie oft sie eingeschaltet wird, wie oft gestreamt wird, welche Übertragungsmethode verwendet wird, etc.

Grundsätzlich sind die Angaben der Hersteller als „Richtwert“ zu sehen, der im Normalfall eher selten erreicht wird – wie bei den Reichweitenangaben der Hersteller von Elektroautos.

Am ehesten wird man diesen Richtwert erreichen, wenn man von der Kamera selten livestreamt und sie indoor, bei wärmeren Temperaturen aufstellt. Auch die Bewegungserkennung sollte ausgeschaltet werden.

Stellt man die Kamera draußen auf, wo sie der Natur und kalten Nächten ausgeliefert ist, rückt die Laufzeitangabe des Herstellers bereits in weitere Ferne.

Wir gehen im Durchschnitt bei dieser Art von Kameras von einer Laufzeit von ungefähr 6-12 Monaten aus.

Kosten Überwachungskameras mit Akku mehr als normale Geräte?

Der Anschaffungspreis solcher Geräte ähnelt dem von Überwachungskameras ohne Akku – bis auf die Netgear Arlo. Dieses System kostet etwas mehr.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten müssen für batteriebetriebene Kameras regelmäßig neue Batterien gekauft werden. Die Kosten dafür sind aber gering.

Haben Überwachungskameras mit Akku den gleichen Funktionsumfang wie Geräte ohne Akku?

Von einer batteriebetriebenen Überwachungskamera kann man sich eigentlich fast alle gleichen Features, wie von einer normalen Überwachungskamera erwarten.

Die meisten Geräte bieten Bewegungserkennung, Live-Streaming und Full-HD-Aufnahme.

Das Live-Streaming ist jedoch nicht dauernd online, damit die Kamera Strom spart. Wenn der Nutzer livestreamen möchte, sendet das Programm ein Signal an die Kamera. Erst dann wird sie aktiviert. Die meiste Zeit ist die Kamera somit im Standby und spart viel Strom.

Welche Alternativen zu diesen Kameras gibt es, wenn es kein Internet (Lan oder Wlan) gibt?

Manchmal möchte man eine Überwachungskamera auch an Orten installieren, an denen es keine stationäre Internetverbindung gibt. Das kann zB. ein großer Garten oder der Wald sein.

Überwachungskamera Batterie AlternativeDie beste Alternative für diese Situation sind Wildkameras. Sie verfügen über einen stärkeren Akku (oder mehr Platz für Batterien) und benötigen keine Wlan-, bzw. Lan-Verbindung. Stattdessen werden Aufnahmen auf einer SD-Karte gespeichert.

Bessere Wildkameras verfügen sogar über eine Mobilfunkantenne. Wird dann Bewegung aufgezeichnet, können die Aufnahmen per E-Mail an den Besitzer gesendet werden – vollautomatisch.

Ein weiterer Vorteil von Wildkameras ist, dass sie in Tarnfarben gestaltet sind und in der Regel in der Natur nicht auffallen. Somit ist diskrete Überwachung möglich. Wildkameras werden vor allem von Förstern dazu verwendet, um Tiere zu beobachten.

Mehr Infos zu Wildkameras gibt es in unserem Wildkamera Vergleich oder bei Amazon.de.