Wohnung sichern: Ratgeber mit 9 Maßnahmen

Wohnung sichernIn Zeiten steigender Einbruchszahlen werden viele Menschen das Gefühl der Unsicherheit – auch in den eigenen vier Wänden – nicht los. Daher sollte die eigene Wohnung so gut wie möglich gesichert werden: Einerseits, um in der Wohnung ruhig schlafen zu können und andererseits, um sich keine Sorgen machen zu müssen, wenn man zB. gerade im Urlaub ist.

Mit dem Ratgeber auf dieser Seite richten wir uns vor allem an Menschen, die in einer Wohnung leben. Für die Sicherung eines Hauses empfehlen wir unsere Artikelserie „Sicheres Haus“.

Ausgangssituation analysieren

Bevor man mit der Sicherung der Wohnung beginnt, empfiehlt es sich, eine Analyse der Ausgangssituation zu machen: Wie gefährdet ist meine Wohnung?

Besondere Gefahr besteht, wenn:

  • sich die Wohnung im Erdgeschoss befindet.
  • man am Stadtrand lebt.
  • man oft außer Haus ist.
  • es kürzlich Nachrichten von Einbrüchen in der Umgebung gab.
  • Urlaubszeit ist.
  • der Eingang ins Wohnhaus unzureichend gesichert ist.
  • man in einem Ballungsgebiet wohnt (zB. NRW).
  • man im Westen oder Nordwesten wohnt (dort ist die Anzahl der Einbrüche am höchsten).

Je mehr Punkte zutreffen, desto höher ist die Gefährdungslage. Anhand dessen kann man beurteilen, wie viele Sicherheitsmaßnahmen man umsetzen sollte.

Seit 2006 steigt die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland. Quelle der Grafik: Statista.com

Wohnungseinbrüche Deutschland


9 Maßnahmen zur Sicherung der Wohnung

1. Eigenes Verhalten anpassen

Bevor man überhaupt mit der Installation teurer Alarmsysteme oder anderer Sicherungsmaßnahmen beginnt, sollte man das eigene Verhalten anpassen.

Mit einfachen Tricks kann man die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs dramatisch verringern:

  • Bei jedem Verlassen der Wohnung immer alle Fenster und Türen abschließen.
  • Fenster nie gekippt lassen – das Öffnen gekippter Fenster ist für die meisten Einbrecher keine Herausforderung.
  • Nachts einpaar Lichter anlassen. Das erweckt den Eindruck, dass man zu Hause ist.
  • Außen anstatt Lichtschaltern Bewegungsmelder verwenden.
  • Einen Hund zulegen: Der Hund wird nicht nur das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, er wird den Einbrecher im Ernstfall auch höchstwahrscheinlich verjagen.
  • Briefkasten im Falle der Abwesenheit täglich entleeren lassen (zB. von den Nachbarn).
  • (Vertrauenswürdige) Nachbarn im Falle der Abwesenheit bitten, dass sie ab und zu in der Wohnung vorbeischauen.
  • Mehr zum Thema Einbrüche & Abwesenheit gibt’s im Artikel Haus bewohnt aussehen lassen.
Kevin allein zu Haus

So wie Kevin aus Kevin – Allein zu Haus sollte man es lieber nicht machen. 😉

2. Fenster & Türen sichern

fensterDer Großteil aller Einbrüche passiert entweder über die Fenster oder über die Tür. Daher sollte man Fenster und Türen installieren, die über einen Einbruchsschutz verfügen. Der Fensterschutz spielt bei Wohnungen natürlich nur im Erdgeschoss eine Rolle.

Türen:

  • Unsichere Türen erkennt man, wenn man an der Tür klopft und es hohl klingt.
  • Das Türblatt sollte aus Vollholz sein und mindestens 40 Millimeter dick sein.
  • Das Schloss sollte die Klasse 4 haben. Das bedeutet, dass es einbruchhemmend ist.
  • Zusätzlich zu einem Schloss der Klasse 4 kann man ein Querriegelschloss installieren.
  • Beim Türspion sollte es sich um einen Weitwinkel-Spion handeln. Nur so können sich Einbrecher nicht in einer Ecke verstecken.

Fenster:

  • Pilzzapfen an den Fenstern installieren. Die Metallbolzen am Rahmen sorgen für eine zusätzliche Stabilisierung des Fensters.
  • Das Fensterglas sollte aus einem speziellen Sicherheitsglas bestehen. Im Erdgeschoss und an besonders gefährdeten Orten empfehlen wir Fenstergläser der Gruppe B. Diese halten sogar Axthieben eine Zeit lang stand.
  • Abschließbare Fenstergriffe nachrüsten und Fenster immer absperren.
  • Einbruchhemmende Rollläden installieren. Wir empfehlen Rollläden ab Schutzklasse RC 2.

3. Überwachungskameras installieren

Nest Cam DesignDieser Tipp eignet sich zwar vor allem für Wohnungen mit Garten, man kann Überwachungskameras jedoch auch indoor installieren.

Eine Überwachungskamera gibt einem erstmal ein sicheres Gefühl.

Außerdem wird im Falle des Falles der Einbrecher bei seiner Tat aufgenommen und man kann die Aufnahmen anschließend an die Polizei übergeben.

Auch während dem Urlaub kann es sehr beruhigend sein, wenn man sich ab und zu den Livestream der Überwachungskamera ansieht, um zu überprüfen, ob Zuhause alles in Ordnung ist.

Unsere aktuellen Top 3 Indoor-Kameras:

  • Produkt
    Der Name der Wlan Kamera.
  • Einsatzgebiet Indoor/Outdoor
    Ist die Cam für den Innen- und Außen-einsatz geeignet?
  • Konfiguration
    Wie einfach läuft die Installation des Gerätes ab?
  • Nachtsicht
    Kann die Cam auch im Dunkeln aufnehmen?
  • Funktionen
  • Unsere Bewertung
    Die Bewertung entspricht unserer subjektiven Meinung zum Gerät.
  • Zum Produktbericht
  • Im Shop ansehen
  • 1. HiKam S6
  • /
  • Die HiKam S6 kann mit der AirLink-App von HiKam sehr schnell und unkompliziert konfiguriert werden. Keine Netzwerk-
    kenntnisse notwendig. (Note 1)
  • 10 LEDs sorgen für einen ausgeleuchteten Raum.
  • 1080x720p
    sehr schnelle Einrichtung
    Gegensprechanlage
    Personenerkennung
  • 8.6
    Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, die extrem einfache Konfiguration und die Personen-
    erkennung machen diese Kamera zur aktuellen Indoor-Empfehlung.
  • 2. HiKam S5 mini
  • /
  • Laut Hersteller bietet die Cam die einfachste Installation am deutschen Markt an. Es ist tatsächlich sehr simpel. (Note 1)
  • Die Distanz im Dunkeln ist ausreichend für den Indoor Gebrauch.
  • 720p
    gutes Web-Interface und App
    Gegensprechanlage
    Bewegungserkennung
    sehr billig
    720p = HD-Auflösung
  • 8,3
    Empfehlenswerte Indoor-Cam, Vorgänger der HiKam S6.
  • 3. Instar IN-6014HD
  • /
  • Die Installation verläuft einfach ab. Dank P2P hat man auch schnell von außen Zugriff. (Note 1)
  • 720p-Aufnahme
    gutes Webinterface
    gute Smartphone App
    qualitative deutsche Übersetzungen
    Pan&Tilt-Funktion
    720p = HD-ready
  • 8,2
    Diese Kamera nimmt in 720p auf. Die Besonderheit dieser Kamera ist die Pan&Tilt Funktion. Damit kann man sich jederzeit einen 360° Blick vom Raum verschaffen. Mehr Infos im Testbericht.

Heutzutage empfehlen wir für die Sicherung vor allem smarte Kameras. Smarte Kameras senden Benachrichtigungen ans Smartphone, wenn Bewegung erkannt wurde. Außerdem kann man bei smarten Kameras schnell und unkompliziert per App auf den Livestream zugreifen.

4. Smart Home System installieren

Unsere Top-Empfehlung für alle Arten von Wohnungen: Smart Home Systeme. Ein Smart Home System kann auch als vollwertiges Alarmsystem verwendet werden.

Aktuelles Beispiel eines empfehlenswerten Smart Home Systems: Gigaset Elements.

Gigaset Elements Test

Das System besteht aus vielen kleinen Sensoren, die alle mit einer Basisstation verbunden sind. Die Basisstation ist mit dem Internet verbunden. Das System kann auch mit Überwachungskameras erweitert werden (im Set „L“ wird sogar eine mitgeliefert).

Gigaset Elements ScreenshotEin kleiner Blick in die Smartphone-App genügt, um ein Status-Update zu erhalten. Im Protokoll kann man sich außerdem ansehen, was in den vergangenen Stunden passiert ist.

Neben den Sensoren ist auch ein Alarmmodul dabei. Dieses kann man aus der Ferne aktivieren oder es schlägt automatisch Alarm.

Wir haben das Gigaset Elements Set „L“ vor einiger Zeit getestet. Den ausführlichen Beitrag zum Produkt gibt’s hier.

5. Sich von der Polizei beraten lassen

Polizei Beratung Sicherheit
Wenn es um Sicherheit geht, sollte man sich an Profis wenden: Die Polizei!

In nahezu jedem größeren Ort gibt es eine Beratungsstelle der Bundespolizei. Die Experten können vorbeikommen und sich ein Bild von der Wohnung machen. Anschließend geben sie Ratschläge und Tipps, wie man die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen kann.

Beratungsstellen für ganz Deutschland findet man auf der Webseite Polizei-Beratung.de. Auch in Österreich gibt es in jedem Bundesland Beratungsstellen („Kriminalprävention“). Eine Liste aller Ämter gibt’s auf Bundeskriminalamt.at.

6. Nicht zu viel im Internet preisgeben

Das Internet hat in den vergangenen Jahren vieles erleichtert. Vor allem Social Media kann jedoch auch einige Gefahren bergen.

So unterschätzen viele Menschen die Gefahr von Facebook, Instagram & Co. Obwohl die Profile öffentlich sind, wird alles gepostet – vom eigenen Kind bis zur Inneneinrichtung.

Je mehr man von sich preisgibt, desto leichter wird es für einen potenziellen Einbrecher, die Position der Wohnung herauszufinden.

Sobald er den Standort herausgefunden hat, muss der Kriminelle nur noch warten, bis man sich von Mallorca mit einem Status auf Facebook gemeldet hat.

mallorca

Tipp: Die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook sollte man so konfigurieren, dass nur Freunde die Statusmeldungen lesen können.

7. Wertsachen im Tresor verstauen

Günstige Tresore gibt es bereits für unter 50€.

Die Geräte können mit dicken Stahlbolzen befestigt werden – beispielsweise an der Wand.

Wir empfehlen Tresore mit Sicherheitscodes, da bei herkömmlichen Schlüsseltresoren die Gefahr besteht, dass man bei Verlust des Schlüssels selber nicht mehr an die Wertgegenstände rankommt.

Letzte Aktualisierung am 29.07.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

8. Einbrecher mit einfachen Tricks verschrecken

Da sich Einbrecher darüber im Klaren sind, dass sie für eine Zeit lang hinter Gitter kommen könnten, wenn sie geschnappt werden, sind sie im Regelfall sehr scheu und ängstlich.

Diese Angst kann man sich zu Nutze machen. Mit einfachen Mitteln kann man den Einbrecher in die Flucht schlagen:

  • An der Wohnungstür (oder an der Tür des Wohnhauses) einen Aufkleber anbringen. Auf dem Sticker kann zB. „Alarmgesichert“ oder „Aufmerksame Nachbarschaft“ stehen.
  • Nach Absprache mit der Hausverwaltung könnte man auch vor der Haustür eine Fake-Überwachungskamera installieren.
  • Auch der Kauf eines elektronischen Wachhundes lohnt sich. Das Gerät registriert kleinste Bewegungen und gibt dann Bell-Laute von sich.
  • Alternative zum Wachhund (für die Fenstersicherung): TV-Simulatoren. Die Geräte sind bereits für unter 20€ erhältlich und erhellen den Raum so, als wäre ein Fernseher eingeschaltet. Hinter Vorhängen sieht es so aus, als würde in der Wohnung tatsächlich der Fernseher laufen. Diese Methode eignet sich sehr gut für Erdgeschosswohnungen.
  • Wenn die Wohnung über einen Garten verfügt, sollte man diesen nachts mit kleinen LED-Lämpchen ausleuchten. Solar-Lämpchen kosten im Betrieb nichts, da sie tagsüber mit der Kraft der Sonne aufgeladen werden.

9. Einen guten Draht zu den Nachbarn pflegen

Es ist immer positiv, wenn man ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn hat.

In Zeiten der Abwesenheit können sie auch auf die eigene Wohnung schauen. Vor allem ältere Menschen dienen in Wohnhäusern oft als „Überwachungskamera“, da sie nahezu jeden Bewohner kennen und ihnen neue Leute sofort auffallen.


Empfehlenswerte Sicherungssysteme

Indoor Kamera

Überwachungskameras unter 100€ - Beispiel: HiKam S5 miniZurzeit befindet sich die HiKam S5 mini auf Platz 1 unserer Indoor-Bestenliste. Die Kamera überzeugt mit der guten Bildqualität, einer übersichtlichen Smartphone App und der Gegensprechanlage. Außerdem sieht die Cam schick aus und passt sich unserer Meinung nach gut ans Interieur an.

>> Zum Blogbeitrag >>

Outdoor Kamera

NestCamOutdoorFür Wohnungen mit Garten empfiehlt sich auch eine Outdoor Kamera. Hierfür empfehlen wir zurzeit die Nest Cam Outdoor. Das Gerät des Start-Ups Nest bietet ein modernes Webinterface und auch eine einfach zu bedienende Smartphone App. Außerdem kann die Cam dank Magnet unkompliziert befestigt werden.

>> Zum Blogbeitrag >>

Smart Home System

BewegungssensorDer Vorteil von Smart Home Systemen gegenüber normalen Überwachungskameras: Es wird auch registriert, ob einzelne Türen oder Fenster aufgemacht werden. Außerdem kann man den Einbrecher mit der Alarmfunktion verjagen.

Wir empfehlen das Gigaset Elements Smart Home System. Es ist einfach zu installieren und die Smartphone App zeigt alle wichtigen Informationen in Real-Time an.

>> Zum Blogbeitrag >>


Bonus: Was tun, wenn Einbrecher in der Wohnung sind?

Na toll. Man ist aufgewacht, weil man etwas gehört hat. Es rumpelt. Ist gerade ein Einbrecher in der Wohnung?

Einbrecher in der Wohnung

Für die meisten Menschen ist das ein absolutes Horrorszenario. Doch wie kann man angemessen reagieren?

Die Polizei hat ganz klare Anweisungen für den Ernstfall. Diese zielen darauf ab, dass man sich oder die eigene Familie nicht in Gefahr bringt.

  • Alle Personen in einem Zimmer versammeln.
  • Das Zimmer absperren.
  • Auf sich aufmerksam machen (zB. durch Licht, lautes Reden, Musik).
  • Die Polizei anrufen (Euronotruf: 112).

Natürlich gibt es auch Dinge, die man auf keinen Fall tun sollte:

  • Sich dem Einbrecher in den Weg stellen.
  • Den Einbrecher angreifen.
  • Den Einbrecher irgendwo einsperren.
  • Dem Einbrecher den Fluchtweg versperren.

Man muss immer davon ausgehen, dass der Einbrecher eine Waffe bei sich trägt.


Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2017