Überwachungskamera kaufen: Was muss ich beachten?

Überwachungskamera kaufen BeitragsbildIn unsicheren Zeiten überlegen viele Menschen, in Sicherheitssysteme für ihre eigenen vier Wände zu investieren. Der Kauf einer Überwachungskamera muss gut überlegt sein, schließlich ist das eine Investition für viele Jahre. In diesem Beitrag erfährst du, was du beim Kauf einer Überwachungskamera beachten musst: Was muss das Gerät können? Wo kann ich eine Überwachungskamera kaufen? Welche Cam eignet sich am besten für meinen Einsatzzweck?

Meistverkaufte Überwachungskameras

Was eine gute Überwachungskamera können sollte

Bevor wir uns überhaupt ansehen können, was bei deiner zukünftigen Spycam wichtig ist, müssen wir den Einsatzort definieren: Wird die Kamera outdoor oder indoor positioniert sein?

Müssen mit dem Wetter klarkommen: Outdoor Überwachungskameras

Kameras für den Außeneinsatz müssen stabil sein. Am besten ist es, wenn sie eine IP-Zertifizierung haben. Damit kann man sich wirklich sicher sein, dass bei der Robustheit nicht geschummelt wird. So sollte beispielsweise jede Außenkamera regen- und staubdicht sein.

Außerdem müssen Überwachungskameras in unseren Breitengraden auch Minustemperaturen standhalten. Normalerweise sollten alle Outdoor Überwachungskameras mit witterungsbedingten Einflüssen zurechtkommen. In unseren Testberichten & Produktvorstellungen  geben wir immer an, ob das Gerät auch für den Außeneinsatz geeignet ist.

Dürfen empfindlicher sein: Indoor Überwachungskameras

Indoor Überwachungskameras müssen logischerweise keine IP-Zertifizierung mit sich bringen. Genau so wie alle anderen technischen Geräte im Haus, sollte auch eine Indoor Überwachungskamera keinem Wasser ausgesetzt werden.

Da ein robustes Gehäuse hier nicht notwendig ist, sind Kameras für den Innenbereich meist leichter und kleiner. Gleichzeitig sind viele Kunden der Meinung, dass Indoor Cams besser aussehen.

Gilt für beide Varianten: Je höher die Videoqualität, desto besser

HD vs. SD - Überwachungskamera kaufen

Egal ob man die Kamera außen oder innen verwendet: Es ist wichtig, dass man alles gut erkennen kann – beispielsweise Gesichter von Menschen. Damit das funktioniert, ist eine hohe Auflösung essentiell. Nahezu alle modernen Videoüberwachungskameras bieten HD-Auflösung.

Auch wir empfehlen eine Kamera mit einer Auflösung von 720p oder höher, da sich die Geräte heutzutage preislich von Kameras mit schlechterer Qualität kaum unterscheiden und die Vorteile deutlich überwiegen. Klicke auf das Vergleichsbild, um es in voller Größe zu sehen. Dann wird der Unterschied deutlich.

Bildquelle: By GraYoshi2x, Noodle snacks, Frisia Orientalis (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Auch in der Nacht alles im Blick: Überwachungskameras mit Nachtsicht

Auch wenn die Auflösung bombastisch ist – ohne Nachtsicht bringt das ziemlich wenig. Die meisten erwähnenswerten Ereignisse passieren nachts. Deswegen ist es wichtig, dass die Kamera eine Nachtsichtfunktion bietet. Das wird meist mit Infrarotlichtern realisiert. Sobald es dunkel wird, schaltet die Cam automatisch auf Nachtsicht um.

Je länger die Reichweite, desto besser. Durchschnittlich bieten solche Geräte eine Sichtweite von 10-15 Metern an.

Schon gewusst? Für die Aufzeichnung von Wild gibt es spezielle Wildkameras. Diese können an Bäumen befestigt werden und nehmen immer dann auf, wenn sich etwas bewegt. Premium-Wildkameras können die Bilder und Videos sogar live per Internet an den Nutzer senden. Mehr Infos zum Thema findest du in unserer Wildkamera-Übersicht.

Immer up-to-date: PC-Software, App & Webinterface

Damit man auf die Aufnahmen und auf den Livestream überhaupt zugreifen kann, braucht man spezielle Software. Diese unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. 

Viele Überwachungskamera-Unternehmen bieten bereits Apps für Smartphones an. Das ist sehr praktisch, denn man kann von jedem Ort der Welt aus auf die Kamera zugreifen. Natürlich nur mit den richtigen Zugangsdaten.

Instar Webinterface Screenshot WebinterfaceNicht zu vernachlässigen ist auch der Blick auf das Webinterface. Das Webinterface ist sozusagen die Kommandozentrale der Überwachungskamera. Dort werden alle Einstellungen vorgenommen.

Im Bild siehst du das Webinterface des Herstellers Instar. Auf der linken Seite kann man die Einstellungen für die Software, das Netzwerk, die Bewegungserkennung, usw. ändern. Mit dem oberen Button gelangt man zur SD-Karte, wo man sich vergangene Aufnahmen ansehen kann.

Das Tüpfelchen auf dem i: Zusatzfunktionen

Neben den Standardfunktionen bringt jede Überwachungskamera ihre Eigenheiten und Zusatzfeatures mit. 

Die wohl wichtigste Funktion, die man eigentlich gar nicht mehr als Zusatzfeature bezeichnen kann, ist die Bewegungserkennung. Sobald die Kamera Bewegung erkennt, werden Aufnahmen gemacht. Eigentlich ein sehr praktisches Feature, in unseren Tests merken wir jedoch, dass es sehr oft zu Fehlerkennungen kommt. Deswegen ist es wichtig, die Alarmfunktion genau zu konfigurieren. Nur so kann man Fehlalarme verhindern.

Ein weiteres praktisches Feature ist die ONVIF-Integration. ONVIF ist ein Software-Standard für Überwachungskameras. Wenn eine Kamera ONVIF-kompatibel ist, hat man die Möglichkeit, viele verschiedene Drittanbieter Apps mit der Überwachungskamera zu verwenden.

Möchte man die Kamera im Eingangsbereich des Hauses aufstellen, kann eine Gegensprechanlage sehr hilfreich sein. Einige Geräte bieten diese Funktion. Über die App kann man dann mit dem Gegenüber reden. Cams mit Gegensprechanlage verfügen außerdem über ein Mikrofon. Das ist sehr praktisch, denn die meisten Überwachungskameras nehmen nur das Bild auf, jedoch keinen Sound.

Instar IN-6014HD von vorneLast but not least: Pan&Tilt. Bessere Cams kann man über das Webinterface und die App steuern und sich so jederzeit einen 360-Grad Blick vom Raum verschaffen.

Links im Bild ist die Instar IN-6014 HD abgebildet. Mit der ausgeklügelten App, bzw. dem Webinterface, kann man die Kamera in jede mögliche Richtung drehen.

Wo kann ich eine Überwachungskamera kaufen?

Überwachungskameras können offline und online erworben werden. Bekannte Online-Shops sind beispielsweise:

Natürlich gibt es noch viele weitere Online-Shops. Eine sehr gute Hilfe beim Kauf ist außerdem unsere Bestsellerliste. Diese wird automatisch aktualisiert und zeigt immer die aktuell meistverkauften Überwachungskameras an.

Wenn du die Kamera nicht selber installieren möchtest und lieber einen Profi ranlassen willst, solltest du dich nach Sicherheitsfirmen in deiner Nähe umsehen. Diese kann man dann bitten, dass ein Serviceteam vorbeikommt und alle Systeme installiert.

Schon gewusst? Bei den meisten Kameras ist ein Installationsteam gar nicht notwendig, da diese kinderleicht zu konfigurieren sind. Meist liegt eine umfangreiche Installationsanleitung bei, die einen Schritt-für-Schritt durch den ganzen Konfigurationsprozess leitet.

Drahtlose oder kabelgebundene Überwachungskamera kaufen?

Neben Indoor- und Outdoor-Cams kann man Überwachungskameras auch auf drahtlose und kabelgebundene Geräte aufteilen. 

foscam_fi9900pDrahtlose Überwachungskameras sind per Wlan mit dem Heimnetzwerk verbunden. Sie brauchen nur ein Kabel für die Stromzufuhr, es muss jedoch kein separates Netzwerkkabel zum Router gelegt werden. Das ist auch der große Vorteil von Funkkameras. Sie sind schnell installiert und man hat mehr Freiheiten bei der Positionierung. Rechts im Bild siehst du die Foscam FI9900P. An der Antenne erkennt man, dass es sich bei dem Gerät um eine drahtlose Überwachungskamera mit Wlan-Verbindung handelt.

Kabelgebundene Überwachungskameras brauchen gleich zwei Kabel: Eins für die Stromzufuhr und eins für das Netzwerk. Die Installation ist deutlich komplizierter, da man im ungünstigsten Fall ein Netzwerkkabel durch das ganze Haus verlegen muss. Wenn das Kabel aber einmal verlegt ist, muss man sich keine Sorgen über schlechten Empfang machen.

Die Entscheidung liegt natürlich bei dir. In 90% der Fälle würden wir jedoch drahtlose Überwachungskameras empfehlen, da bei diesen Geräten eigentlich keine neuen Kabel verlegt werden müssen.

Kurze Fragen, kurze Antworten: Überwachungskamera kaufen

Muss meine Überwachungskamera in HD aufnehmen?

Nein, natürlich kannst du dir auch eine günstige Kamera mit geringerer Qualität kaufen. Wir empfehlen jedoch eine HD-Kamera, da man hier Gesichter viel besser erkennt.

Kann meine Kamera eine Alarmanlage ersetzen?

Das ist abhängig vom Gerät. Manche Cams erkennen Bewegung und senden dann eine Benachrichtigung ans Smartphone. Das ist sehr praktisch.

Wer darf Überwachungskameras installieren?

Jeder darf Überwachungskameras installieren, solange man nur das eigene Grundstück filmt und Passanten darauf aufmerksam gemacht werden (zB. durch ein Schild). Mehr Infos findest du in unserem Überwachungskamera FAQ.

Warum haben Überwachungskameras eine schlechte Qualität?

Schlechte Überwachungskameraaufnahmen gibt es vor allem deswegen so viele, weil die meisten Cams schon in die Jahre gekommen sind. Außerdem war Speicherplatz früher sehr teuer. Dann mussten die Videos komprimiert werden. Viele neue Kameras nehmen sogar in HD auf.

Mehr Infos zu Überwachungskameras findest du bei Wikipedia.